Umbau zum E-Bike

Es gab zwei gute Gründe, mein „Luxus“-Mountain-Bike (BTWIN RockRider 540) in ein E-Bike zu verwandeln: Keine Lust aufs Abi zu lernen. Und in einem Allgäuer Dorf zu wohnen, welches 100 Meter über und sechs Kilometer neben Kempten liegt – weswegen mein täglicher Schulweg mit dem Rad nur in einer Richtung Spaß macht. Also Deutschsachen weglegen, viele Tutorials ansehen und dann bei AliExpress schöne Bauteile bestellen. Relativ früh war klar, dass ich einen brushless Nabenmotor (36V, 300W) für die Hinterachse verwenden würde. Die Steuerung dazu läuft über ein gewöhnliches Arduino-Board, ein günstiges, unverwüßtbares Nokia-Display und einer 500W-Motorsteuerung. Der Tretsensor hat nie richtig funktioniert – weswegen ich dann kurzerhand beschlossen habe, den Motor mit Tastern am Lenker hart an- oder auszuschalten. Ähnelt dann vielleicht eher einem Mofa als einem E-Bike. Ist aber aber definitiv gemütlicher. Ohne Treten fährt mein Bike 22km/h – mit Treten ist es theoretisch nach oben offen, weil ich zufällig vergessen habe, den Motor auf 25km/h zu drosseln. 
 
 
Wenn schon, denn schon: Also wird auch der Akku (36V / 10Ah) selbst gebaut, dachte ich. In einem Fallrohr aus dem Bauhaus sind 30 Zellen (Typ 18650) untergebracht. Leider wurde mir erst nach und nach bewußt, dass man dafür wiederum ein spezielles Punktschweißgerät braucht. Also zur Mülldeponie fahren, eine alte Mikrowelle holen und den Trafo ausbauen. Die Steuerung dazu kommt, wie fast alles, aus China. Zum leichten Rausnehmen des Akkublocks hab ich mir eine Halterung à la Trinkflasche überlegt. Um ganz sicher zu sein, dass die Akkus während der Fahrt nicht rausfliegen, ist die Halterung aus massivem Stahl geschweisst, was das Gewicht leider empfindlich erhöht hat. 
 
Eines der vielen unerwarteten Probleme war auch der Umbau der Scheibenbremse hinten. Wegen dem Nabenmotor mußte sie natürlich neu platziert werden. Heute würde ich einfach Backenbremsen nehmen. Aber die zweimonatige Ablenkung hat sich gerechnet: Mit einer Ladung komm ich über 40 Kilometer weit – also ca 3 mal zur Schule und zurück. Und das Abi hab ich auch irgendwie geschafft.  

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